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Schwester Amina

ICH HABE ENDLICH GOTT GEFUNDEN!

 

 

 

 

 

Es wird oft gesagt, dass eine Frau zum Islam konvertiert, weil sie einen Moslem geheiratet hat... Es wird oft erzählt, dass die Frauen im Islam keine Ausbildung haben... Es wird erzählt, dass die Frau im Islam keine Rechte hat…Es wird so viel erzählt, aber warum erzählt man nicht, wie viele kluge und ausgebildete Frauen aus der Überzeugung, dass der Islam der richtige Weg ist, konvertieren? Warum will man dann nicht sehen, dass sie dabei ihre Familie verlieren? Warum sieht man auch nicht die Tatsache, dass viele Frauen den Islam annehmen, ohne dass sie verheiratet sind? Man sieht das nicht, weil es so bequemer ist! Aber es gibt diese Frauen!

Ich komme aus Bulgarien, mein Vater ist Bulgare, meine Mutter ist Türkin. Die Hälfte meiner Verwandten sind "Christen", die andere Hälfte "Muslime". Meine Eltern haben uns so erzogen, dass sie uns keine von den beiden Religionen aufgezwungen haben, das lag allerdings daran, dass sie selber kaum Wissen von der Religion hatten. In der Zeit des Kommunismus wurden die Menschen in Bulgarien zu Atheisten gemacht. Vielleicht hat jeder für sich in einer dunklen Ecke an Gott gedacht, aber aussprechen durfte das keiner! Trotzdem bin ich froh, dass meine Eltern es geschafft haben, uns den Glauben an Gott zu vermitteln. Damals habe ich mir keine Fragen gestellt. Ich wusste, dass es einen Gott gibt, aber mehr hat mich nicht interessiert. Erst später habe ich mir Gedanken gemacht.

Meine Oma war die Einzige von meinen türkischen Verwandten, die den Islam praktiziert hat. Als wir klein waren, hat sie uns manchmal am Eid zur Moschee mitgenommen. Wir haben uns neben den Frauen hingestellt und das Gebet nachgemacht und dann sind wir jedes Mal mit einer Tasche voller Süßigkeiten nach Hause gegangen. Das war für mich Islam!

Als ich älter war, 16-17 Jahre alt, sind wir an Ostern in die Nachtmesse gegangen. Wir sind hingegangen mit Freunden, mehr oder weniger weil das ganz lustig war. Klingt komisch, ja, aber es war lustig. Die Leute standen da rum, die Messe war draußen. Der Priester war besoffen (ohne zu übertreiben). Die Jungs haben Witze über ihn und über Gott gemacht und nach der Messe sind wir alle in die Disko gegangen. Irgendwann stand ich wieder da in der gleichen Messe und mir liefen schon fast die Tränen runter. Ich hab mich zum ersten Mal gefragt, ob jemand von den Leuten da eine Sekunde lang an Gott denkt, ob jemand weiß, was wir überhaupt feiern?! Seitdem habe ich oft an meine Oma gedacht, die jeden Tag 5-mal ihr Gebet verrichtete, die sich nie beschwert hat, dass das Leben so schwer ist. Und irgendwann konnte ich diese zwei Bilder nicht mehr vergessen. Meine betende Oma und der besoffene Priester. Ich habe es nur niemandem erzählt.

Ich hatte oft das Bedürfnis zu Gott zu beten, aber es fiel mir schwer, weil ich nichts über Ihn wusste. Ich wusste nicht, ob ich in die Kirche gehen sollte oder in die Moschee. Mir ist aufgefallen, dass die Leute nur dann in die Kirche gehen, wenn sie Probleme haben. Sie glauben nur an Gott, wenn was Schlechtes passiert, weil sie jemanden brauchen, den sie für ihr Unglück verantwortlich machen können! "Warum machst du das mit mir Gott?", "Womit habe ich das verdient Gott?", "Wieso bestrafst du mich Gott?" Aber wenn es ihnen gut geht, brauchen sie keinen Gott! Na ja man hat oft gesagt "Gott sei Dank!", aber ob sie wussten, was sie sagten?!

Die Ikonen, die in der Kirche hingen, fand ich immer komisch. Ich wollte nicht mit Bildern reden, sondern zu Gott beten. Ich habe versucht die Bibel zu lesen, habe höchstens 5 Seiten gelesen und konnte nicht weiter. Ich habe auch nie verstanden warum Jesus für unsere Sünden sterben sollte?! War Gott so ungerecht?! Den Koran zu lesen kam mir nicht in den Sinn. Ich dachte nicht daran, dass ich mir eine von beiden Religionen aussuchen soll. Ich dachte, es reicht, wenn ich an Gott glaube.

Bei uns zu Hause kamen oft Leute von den "Zeugen Jehovas" vorbei. Sie wollten uns von dem ewigen Leben nach dem Tod erzählen. Natürlich nach dem Kommunismus, vorher wäre das nicht möglich gewesen. Aber irgendwie, anstatt dass sie uns überzeugen, gingen sie jedes Mal mit einem schwächeren Glauben nach Hause. Sie hatten einfach keine guten Argumente, sie konnten keine Fragen beantworten und wenn man eine "schwere" Frage gestellt hat, dann fingen sie an, sofort über das ewige Leben im Paradies zu sprechen. Sie hatten immer so wunderschöne Bücher mit wunderschönen Bildern, aber was wollten sie von uns, wenn sie nicht in der Lage waren die einfachsten Fragen zu beantworten?! "Wer ist Gott?" "Warum lebe ich?" "Was will Gott von mir? Woher soll ich wissen, dass mich genau diese Religion ins Paradies bringt? Warum nicht eine andere?" Und was ist mit der Hölle? Sie haben nie das Wort Hölle erwähnt, als würde es sie gar nicht geben!

In mein Leben sind viele Sachen passiert, bevor ich wieder angefangen habe, an Religion zu denken! Das war bestimmt nur der Weg, den Allah für mich ausgesucht hat, damit ich den Islam finden kann, alhamdulillah!

Das Leben war für mich eine Riesenparty! Freunde, Feiern, Disko. Dafür lebt man doch! Wir leben nur einmal! Man soll das genießen! Glücklich war ich jedoch nie! Ich habe viel gelacht, viele Witze gemacht, aber mein Herz hat geheult! Und meine Seele - ich wusste gar nicht mehr, ob ich eine hatte. Vielleicht hatte ich sie irgendwo in dem Alkoholglas verloren, oder auf dem Weg zur Disko. Ich weiß es nicht, aber ich habe mich ganz leer gefühlt. Man denkt, den jungen Leuten geht es gut, wenn man sie auf einer Party sieht, wie sie lachen, wie sie tanzen. Keiner sieht jedoch, was danach passiert, wenn sie zu Hause sind, wenn sie alleine sind! Sie liegen dann fast bewusstlos im Bett und können sich am nächsten Tag selbst im Spiegel nicht erkennen! Ist das etwa vom vielen Lachen etwa? Oder von den Tränen, die die Anderen nicht sehen dürfen, weil sonst kann man ja nicht mehr der Coolste sein?!

Einige Jahre später bin ich zum Studieren nach Deutschland gekommen. Und mein Leben lief weiter so - Freunde, Spaß, Alkohol.

Hier habe ich einige Muslime kennen gelernt, die viel über den Islam redeten, aber leider wenig davon gemacht haben. Zum ersten Mal hatte ich Freunde, die kein Problem damit hatten, dass ich Halbtürkin bin. In Bulgarien, wo der Hass gegen die Türken schon in der Grundschule gelernt wird, sah das ziemlich anders aus.

Ich hatte auch einen Nachbarn aus Griechenland, er war Christ und der einzige praktizierende Christ, den ich je gekannt habe. Einmal hat er mich gefragt "Glaubst du an Gott?". Ich habe gesagt "Ja klar glaube ich an Gott, aber es muss nicht dein Gott sein, es muss auch nicht Allah sein, es ist sowieso alles dasselbe. Ich glaube an meinem eigenen Gott." Dann meinte er "Du hast aber keine Religion, oder?" Ich meinte "Nein, eigentlich nicht. Ich kann schwer sagen dass ich Halbchristin, Halbmoslem bin, deswegen habe ich keine Religion". Er hat gesagt "Das ist nicht gut. Jeder Mensch, der an Gott glaubt, muss eine Religion haben. Du solltest versuchen herauszufinden, welche für dich die richtige ist. Und wenn du jetzt nicht genug Wissen hast, versuch zu lesen und so wirst du wissen, woran du glaubst." Dieser Mensch, der nicht mal Moslem war, hat mich auf die Idee gebracht, dass ich selbst meine Religion finden kann, dass ich nicht meinen eigenen Gott erfinden muss, nur weil meine Eltern unterschiedliche Religionen haben. Dass ich nicht Türkin sein muss, um Moslem zu sein!

So habe ich angefangen zu lesen. Die Bibel hat es wieder nicht geschafft mich zu begeistern. Nach ein paar Seiten habe ich wieder aufgehört. Aber ich wollte mehr über den Islam wissen. Ich dachte wegen den vielen Muslimen, die ich kannte "Es kann nicht so gut sein im Islam, wenn sie das nicht machen, obwohl sie als Muslime geboren sind!" Ich habe viele Sachen im Internet gelesen und habe gemerkt, dass im Islam alle Fragen eine Antwort haben. Und zwar eine einfache und verständliche Antwort. Ich habe verstanden, dass jeder Mensch als Muslim (gläubig) geboren wird. Deine Eltern machen aus dir einen Christen, einen Juden, einen Atheisten sogar! Irgendwie habe ich angefangen mich zu ändern, obwohl ich noch nicht den Islam angenommen hatte. Ich habe aufgehört Alkohol zu trinken, auf Partys zu gehen, habe angefangen mich anders anzuziehen.

Bald kam Ramadan und ich dachte, ich werde fasten. Das habe ich auch gemacht. Meine muslimischen Nachbarn fanden das komisch. Sie haben mich gefragt "Warum machst du das? Du bist doch kein Moslem!" Und ich fand es komisch, was manche Muslime unter "Fasten" verstehen. Ganzen Tag nichts essen, dann mit dem Essen übertreiben, die ganze Nacht wach bleiben und bis 14 Uhr schlafen. Und wieso haben sie nicht gebetet?! Das hat mich durcheinander gebracht.

In der Zeit des Ramadan habe ich mich viel mit dem Islam beschäftigt. An einem Tag vom Ramadan war ich türkische Freunde besuchen. Wir haben zusammen Fastenbrechen gemacht und am Abend wollten sie auf eine türkische Party gehen. Fasten war wohl nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und danach war ja offensichtlich alles erlaubt. Einer von den Jungs, die da waren, hat nicht gefastet. Er hat zu mir gesagt "Du bist doch kein Moslem. Warum fastest du? Das bringt dir ehe nichts." Ich sagte zu ihm "Du bist doch Moslem, warum fastest du nicht, wenn dir das etwas bringt?" Die gute Ausrede war, er würde auf einer Baustelle arbeiten und könnte das nicht aushalten ohne Essen. Aber es war doch Wochenende! Ich habe angefangen den Islam zu verstehen, aber ich verstand die Muslime nicht. Ich habe nur verstanden, dass man den Islam nicht an den Muslimen messen darf! Und das war der Punkt, an dem ich wusste - ICH HABE ENDLICH GOTT GEFUNDEN!

Zwei Monate später bin ich nach Bulgarien geflogen für 2 Wochen. Ich hatte kurz davor einen Artikel über die Hölle gelesen. Dann kam bei mir der Gedanke - Was nützt mir alles, was ich über den Islam weiß, wenn das Flugzeug abstürzt? Ich wusste, dass ich in die Hölle komme, wenn das passiert. Ich war mir sogar ganz sicher! Dann habe ich mir und Gott versprochen, dass wenn ich wieder nach Deutschland zurückkomme, die Shahada aussprechen werde. Es ist mir klar geworden, dass ich meine Religion gefunden habe, aber irgendwas hat mich trotzdem noch davon abgehalten. Ich habe gedacht, was passiert, wenn ich meine Familie verliere.

Als ich wieder in Deutschland war, habe ich angefangen das Gebet zu lernen. Es ist noch ein Monat vergangen, bevor ich den Islam angenommen habe. Es war im Sommer 2003, ich habe einen Bekannten gefragt, ob er in der Moschee einen Termin machen könnte, weil ich konvertieren will. Erst mal waren alle schockiert, aber langsam haben sie verstanden, dass ich es ernst meine. Dann bin ich mit zwei Bekannten in die Moschee gegangen und habe die Shahada ausgesprochen.

Ich dachte ich würde nie Kopftuch tragen. An dem Tag hatte ich das zu Hause angezogen und ging so raus zur Moschee, obwohl mir die Freunde gesagt haben, das muss nicht sein, ich kann es auch erst in der Moschee anziehen. Ich war erstaunt, aber ich habe mich gut damit gefühlt. Als ich die Shahada gesagt habe, hat der Imam zu mir gesagt "Schwester, Allah hat dir in diesem Moment alle vergangenen Sünden vergeben, du kannst jetzt von Null anfangen, wie ein neugeborenes Baby."

Ich ging dann raus und wusste nicht, wie ich Allah danken soll für dieses Geschenk. Ich konnte mein Kopftuch nicht abnehmen. Ich kann es nicht beschreiben, was für ein Gefühl ich im Herzen hatte. Die Leute haben mit mir geredet, aber ich habe nichts gehört. Ich habe mich in diesem Moment so stark gefühlt und so entschlossen den Islam zu leben und Allah zu dienen. Alhamdulillah, Allah hat mich zum Islam geführt und das war nicht das einzige Geschenk. Mein erstes Gebet an Allah war, dass er meine Mutter recht leitet. Als meine Mutter das erfahren hat, dass ich den Islam angenommen habe, hat sie angefangen auch zu fragen und hat auch ihren Weg gefunden.

Natürlich hatte ich und habe ich immer noch Probleme mit meiner Familie, Probleme an der Uni, vor allem wegen des Kopftuchs. Aber ich denke, der Weg eines Moslems ist nicht leicht. Man muss vieles ertragen und wenn man das schafft, bekommt man den besten Lohn von Allah. Seitdem ich den Islam angenommen habe, habe ich kaum Kontakt zu meiner Schwester. Das hat mich traurig gemacht, aber ich würde nie meine Religion verlassen, damit sie mit mir zufrieden ist. InshaAllah zeigt ihr Allah den richtigen Weg. Aber Allah hat auch diesen Verlust belohnt, er hat mir so viele Schwestern gegeben, so kann man sich kaum alleine fühlen. Der Islam hat mir das gegeben, was ich immer gebraucht habe. Er hat mir den Sinn des Lebens gezeigt. Er hat mich Geduld gelehrt. Ich habe gelernt, meine Eltern gut zu behandeln und obwohl mein Vater oft wegen meiner religiösen Überzeugung leidet, weiß er ganz genau, dass ich jetzt eine bessere Tochter bin. Er weiß sogar, dass er das dem Islam zu verdanken hat.

Ich werde Allah bestimmt nicht genug danken können, für das, was er für mich gemacht hat.

Ich habe am Anfang gedacht, ich will nicht Moslem werden, weil ich dann Kopftuch tragen muss. Ich hatte zwar verstanden, warum eine Frau das tragen muss, aber ich hatte richtig Angst davor. Ich habe gedacht, ich verliere alle meine Freunde, ich kriege Probleme an der Uni, ich kann nie wieder meine Familie in Bulgarien besuchen, ich habe sogar gedacht, ich warte bis zum Herbst mit der Shahada, weil der Sommer so heiß ist.. Der Teufel versucht uns mit solchen Gedanke davon abzuhalten, Allah zu dienen! Ich habe das Kopftuch angezogen, bevor ich die Shahada aussprach, und wollte es nicht mehr ausziehen.

Aber leider haben meine Ängste am Anfang gesiegt. Als ich mit den Freunden wieder nach Hause kam, haben sie mir gesagt: "Du kannst dein Kopftuch ausziehen". Ich wollte nicht, ich habe das angelassen. Dann hat mich der eine gefragt. "Willst du morgen so zu Uni gehen? Mach das nicht. Du kriegst Probleme. Lass dir Zeit damit, bis du dein Studium abgeschlossen hast." Ich hatte eigentlich nie vor, Kopftuch zu tragen. Das war selbst für mich erstaunlich, dass ich mich nicht davon trennen konnte. Ich dachte nur, Allah hat so viel für mich gemacht, und ich kann nicht mal ein Kopftuch tragen! Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und mir Gedanken gemacht, was ich bloß machen soll. Am nächsten Tag habe ich mich angezogen mit dem Kopftuch, aber als Zeit wurde zur Uni zu gehen, bin ich schwach geworden und habe das Kopftuch abgelegt. Als ich nach Hause kam, habe ich es wieder angezogen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich zwischen Allah und den Menschen entscheiden sollte, und dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe.

Es ging 3 Monate lang so, dass ich nicht wusste, was ich machen soll. Wegen Arbeit, wegen Uni, wegen Familie. Es waren harte Zeiten für mich, aber ich war glücklich. Weil, wenn ich geweint habe, dann habe ich geweint, weil ich Angst hatte, dass Allah nicht mit mir zufrieden ist, dass ich zu wenig mache! Aber irgendwann konnte ich das nicht mehr aushalten, das war für mich wie ein Doppelleben. Dann habe ich das Kopftuch angelassen und ging einfach ein Semester gar nicht zu Vorlesungen. Ich habe mich noch schwach gefühlt und wusste, dass ich mich nicht verteidigen kann. Ich habe versucht mehr über den hidjab zu lernen, es war schwer, weil ich in der Zeit kein Kontakt zu muslimische Schwestern hatte. Meine alten Freunde habe ich schnell verloren, sie haben sich geschämt mit mir raus zu gehen und sie konnten auch nichts mit mir anfangen. Sie konnten mich nicht verstehen und ich konnte sie auch nicht mehr verstehen. Und die muslimischen Freunde, die ich hatte, haben gesagt, dass ich extrem geworden bin, weil ich nicht mehr bei McDonalds essen wollte und weil ich beim Einkaufen auf jeder Packung gelesen habe, ob da Gelatine drin ist.

Nach einiger Zeit müsste ich nach Bulgarien fahren, meine Eltern besuchen. Ich habe mein Kopftuch wieder abgelegt, weil ich Angst vor der Reaktion der Menschen hatte. Ich wollte auch meiner Familie keine Angst machen. Viele dachten schon sowieso, dass ich in einer Sekte bin.

Als ich wieder in Deutschland war, bin ich zur Uni gegangen und ich hatte alhamdulillah mein Kopftuch angelassen. Es gab verschiedene Reaktionen, aber die häufigste war "Wann hast du geheiratet?" Dass ich nicht geheiratet habe, konnte keiner verstehen. Die Professoren, die vorher immer ganz nett waren, waren auf einmal total verändert, besonders die Frauen. Ich glaube, sie haben sich nicht mehr so selbstsicher gefühlt in ihren kurzen Röcken. Ich war froh, dass ich das gemacht habe, weil ich mich ganz gut gefühlt habe. Nicht mal die komischen und abwertenden Blicke haben mich gestört. Ein Mädchen hat mich gefragt "Ist es dir nicht zu warm mit den ganzen Klamotten?", ich habe mir gedacht, wenn sie wüsste wie heiß es in der Hölle ist, würde sie sich sogar besser anziehen als ich.

Es gab allerdings auch nette Reaktionen, aber die kamen nur von Leuten, die mich vorher nicht gekannt haben. Für die anderen war ich so etwas wie eine Verräterin. Mein Studium hat sich allerdings durch die Probleme verlängert, aber bestimmt ist das besser für mich so, ich bedauere nicht mal für eine Sekunde, dass ich das gemacht habe. Ich habe die Erfahrung gemacht, wie es ist, diskriminiert zu werden, nur wegen der Kleidung. Die Professoren haben mich wegen meiner Religion angemacht. Oft bin ich auch weinend nach Hause gegangen, weil ich nicht verstehen konnte, wie ein Stück Stoff so viel Hass verursachen kann. Durch diese Ereignisse bin ich nur stärker geworden. Ich wusste, was ich mache, warum ich das mache und ich hatte keine Angst mehr, etwas zu verlieren. Ich hatte nur eine Angst, dass ich meine Religion verlieren kann, wenn ich es immer den Menschen recht machen will. Ich habe auch nie gedacht, dass ich nach Bulgarien mit dem Kopftuch fahren würde, aber Allah hat mir auch dafür genug Kraft gegeben. Alhamdulillah! Es ist schwer in einem kleinen Dorf voller Atheisten, wo dich jeder kennt mit einem Kopftuch herumzulaufen, aber es lohnt sich.

Meine Eltern wurden gefragt, ob ich Krebs habe. Es wurden Geschichten erfunden, dass ich einen Araber geheiratet habe und er mich dazu gezwungen hat, Kopftuch zu tragen. Aber wo war denn dieser Araber? Ich war alleine da, ich könnte machen was ich will! Die Leute wollten es einfach nicht wahr haben, dass eine Frau das alles nur für Allah machen kann. Sie verstehen es bis heute nicht. Meine türkischen Verwandten haben auch ein Problem mit meinem Hidjab, außer meiner Mutter und meiner Oma, die überglücklich ist, dass sie erleben konnte, mich so zu sehen. Die anderen sagen mir, wenn ich Kopftuch trage werde ich nie heiraten, ich sollte das abnehmen bis ich einen Mann finde, denn wie soll ich einen Mann finden, wenn ich aussehe wie ein "Kartoffelsack" :-) ?!

Eine Tante von mir hat mir sogar gesagt, sie hätte einen Mann gefunden, der bereit ist, mich mit meinem Kopftuch zu akzeptieren. So eine Gnade! Über solche Kommentare kann ich heute nur noch lachen.

Ich habe auch in Bulgarien gute Schwestern gefunden, die sich an die Religion halten und auch Hidjab tragen. Und das sind keine dummen Frauen, wie man meistens von uns denkt. Wenn ich kein Hidjab tragen würde, würde kein Mensch erkennen, dass ich Muslima bin. Und das ist sehr wichtig. Eine Muslima wird von den Männern nicht wie eine Beute angesehen. Wir sollen nicht den Männern vorwerfen, dass sie gucken, wenn sie an einer halbnackten Frau vorbeigehen. Der Mann ist so erschaffen, dass er die Frau begehrt. Deswegen sollte die Frau ihre Reize bedecken, damit sie sich und die Männer schützt. Und Sprüche, wie "Wenn es ihm nicht passt, soll er doch nicht gucken" bringen gar nichts.

Ich bin zufrieden mit dem Hidjab, alhamdulillah, und ich bin bestimmt nicht die Einzige. Es gibt viele Schwestern, die wissen was und warum sie das machen. Wir brauchen nicht befreit zu werden von etwas, was wir aus Überzeugung machen. Zu verleugnen, dass es Frauen gibt, die dazu gezwungen werden, Kopftuch zu tragen, wäre falsch. Aber es ist genauso falsch, die Frauen dazu zu zwingen, die Kopftücher abzunehmen, wenn sie diese tragen wollen. Die Rechte, die eine Frau im Islam hat, hat ihr sonst kein Staat, kein Gesetzt und keine Demokratie gegeben!

Möge uns Allah alle in unserem Glauben festigen, möge uns Allah Kraft geben in dieser Welt an der Religion festzuhalten.


 

 Von Schwester Amina für www.way-to-Allah.com

 


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